Hab ich schon erwähnt dass StudiVZ tot ist?

Internet is a Fad

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die meinen dass Social Networks allgemein Blödsinn sind. Ich finde sie, richtig angewandt, durchaus praktisch und hab grade am Anfang mit StudiVZ viele Leute gefunden, die ich schon ewig nicht mehr gesehen hatte.

Ich nutze auch last.fm und Twitter, also wäre es ziemlich scheinheilig von mir zu behaupten, soziale Netzwerke sind ausschließlich doof.

Aber was da grade bei StudiVZ abgeht, das geht echt nicht mehr. Zuerst die neuen AGBs, die selbst in der abgeschwächten Variante, in der sie dann schließlich eingeführt worden sind, erst nach viel Suchen einen halbherzigen Opt-Out anbieten, so dass sie dann freundlicherweise nicht mehr all deine Daten an Dritte weitergeben, für personalisierte Werbung. Nicht nur dass, sondern jetzt eben der neueste Ausrutscher von Marcus Riecke, dem Chef von diesem Verein.

Der hat in einem Spiegel online-Interview folgendes Juwel losgelassen. Auf die Frage, ob sie denn Daten über die User herausgeben würden, wenn da ein Foto in einem Profil wäre, auf dem jemand zu Kiffen scheine:

“Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben. Nutzungsdaten speichern wir bei allen Nutzern, die uns das erlaubt haben durch ihre Einwilligung.”

GOTT SEI DANK darf er jetzt endlich NOCH MEHR Daten herausgeben! Waren ja auch vorher viel zu wenige.

Also ich fühle mich da so richtig sicher, wenn der Chef von StudiVZ sowas sagt. Ist ja nicht so, als ob ein Studentenportal zu seinen Usern halten sollte oder so, neeein. Da hat er ganz recht, wenn er sich so freut dass er Daten jetzt nicht nur an seine Werbepartner sondern auch an die Staatsanwaltschaft verteilen darf. Aus Studenten ist ja schließlich nichts rauszuholen.

Ich hab mich endlich abgemeldet grade eben. Das geht übrigens am schnellsten, indem man unter Mein Account ganz unten auf “Mitgliedschaft beenden” klickt. Hoffen wir mal, dass die Daten auch wirklich gelöscht werden. So wirklich glauben tu ich nicht daran.

Und wer mich erreichen will, findet mich auf Twitter. Oder er schreibt mir per Jabber. Oder per Email. So.

[Bild: Saturday Morning Breakfast Cereal]


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