Neue anscheinend unabhängige Studie über Film-Downloads

Thorsten Hennig-Thurau, einer der Autoren der Studie

Laut heise hat die Bauhaus-Universität Weimar und die Universität Hamburg eine Studie vorgelegt, die “sich mit den Auswirkungen des Filesharing von auf die Filmwirtschaft auseinandersetzt.” Heise weiter:

Erwartungsgemäß kommt die Studie zu dem Schluss, dass illegale Filmkopien allen wichtigen Vertriebskanälen für Spielfilme in Deutschland schaden: den Kinos, dem DVD-Verleih und dem DVD-Verkauf. Zudem verdrängten illegale Kopien im Kino 12,6 Prozent zusätzlicher Kinobesuche, was bezogen auf das Jahr 2005 94 Millionen Euro Umsatz im Jahr entspräche.

Gleichzeitig nennt die Studie aber auch einige sinnvolle Ursachen fürs Filesharing:

  • Sammeltrieb der Downloader
  • Antipathie gegenüber der Filmindustrie
  • Hohe Nebenkosten im Kino: “Parkgebühren, Popkorn-Preise et cetera summieren sich heute leicht zu astronomischen Beträgen auf. Da greift der Kunde schnell auf die Raubkopie zurück”

Die Autoren der Studie sagen, dass ein Kunde, der sich einmal vornimmt, einen Film herunterzuladen sowohl für Kinokarten als auch DVD-Verkäufe verloren ist, und zwar unabhängig davon, ob er sich den Film dann tatsächlich heruntelädt. Diesen Ansatz hätte ich gern weiter ausgebreitet gesehen. Meine Vermutung wäre hier, dass der Kinogänger z.B. einen Trailer sieht, und von diesem Trailer ausgehend meint, dass der Film es nicht wert ist, im Kino oder auf DVD zu kaufen. Also nimmt er sich vor, ihn herunterzuladen.

Wenn man von diesem Szenario ausgeht, kann man aber nicht zwangsläufig annehmen, dass der Kinogänger den Film gekauft hätte, würde es die Möglichkeit der Raubkopie nicht geben. Ich glaube eher, für schlechte Filme sind die meisten Kinogänger verloren, so oder so.

Foto: Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau (Quelle: Fakultät Medien, Professur Marketing und Medien, Bauhaus-Universität Weimar)


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