Python auf dem Mac ist Mist… oder?
Ich versuche gerade, mir selbst Python beizubringen, und zwar mit Hilfe von Dive into Python. Am liebsten hätte ich gerne eine schöne IDE mit schönen Farben, knuddligen Buttons, einem Debugger und ähnlichem Dekadenzkram für Mausschubser wie mich. Das ganze natürlich auf dem Mac, damit ich auf dem Laptop (der bei mir meistens in der Arbeit steht, für die Zeit wo nichts zu tun ist) coden kann. Ich weiß, ich bin verwöhnt. Na und?
MacPython
DiP empfiehlt MacPython für Schlangenfreunde auf dem Mac. Ein schlechter Vorschlag. Bei mir ließ sich das Programm nach der Installation erst gar nicht starten, und nur nach langem Suchen konnte ich die Ursache herausfinden, die wohl daran liegt, dass das letzte Release vom 2. April 2004 (!) stammt und somit nicht auf die Systemänderungen vorbereitet ist, die Mac Os 10.4 mitbrachte. Die Lösung, sollte doch jemand versuchen wollen, MP zum Laufen zu bringen, habe ich Im Forum von RPGHost gefunden.
Läuft das vom Pythonbuch großzügig IDE genannte Programm erst mal, muss man aufpassen; sehr leicht verfällt man der Illusion, in eine Zeitmaschine gefallen zu sein, und in die dunklen Jahre von Windows 3.1 zurückversetzt worden zu sein.
Ein kümmerlicher kleiner Texteditor präsentierte sich meinem Auge, und das erste, was ich vermisst habe, war nicht etwa Syntaxhighlighting oder ähnliches, sondern eine lesbare Schrift. Vielleicht tue ich dem Entwickler Unrecht; aber ich code lieber, wenn die einzelnen Zeichen der Programmiersprache frei von Pixelartefakten sind (Kantenglättung?) und eine Schriftgröße größer als 6 oder 7 Punkt wäre auch nicht schlecht.
ActivePython
Für Windows-Benutzer empfiehlt DiP ActivePython. Warum nicht dachte ich mir, und ging daran, das Ding auf meinem PC zu installieren, nur um darauf zu stoßen, dass es das Programm inzwischen auf für Mac OS gibt. Hurra, ein Lichtblick am Horizont. Wieder zurück zum Mac und installiert. Installationsroutine abgeschlossen, Programm starten — aber halt: Wo ist das Programm? Es versteckt sich in einem Unter-Unter-Unterverzeichnis von /Library. (Tipp: Mit der Suchfunktion nach “IDLE” suchen!) Wie benutzerfreundlich. Kurz einen Symlink ins Programmeverzeichnis kopiert und es kann losgehen.
Ein leichter bitterer Geschmack bleibt auf der Zunge: AP ist zwar Freeware, aber kein Open Source.
Man könnte sagen, für die einen ist es nur die Active Shell und ein Editor, für die anderen ist es die kleinste IDE der Welt. Aber sie ist irgendwie knuffig. Der Editor und die aktive Shell beherrschen Syntaxeinfärbung und sogar Code-Vervollständigung. Es sollte reichen, auch wenn es nicht so dekadent ist, wie ich es mir gewünscht habe, mit dem ganzen Mistkram wie Debugger und Projektverwaltung. Aber es gibt ja noch …
Komodo
Komodo ist vom selben Hersteller wie ActivePython; nur dadurch habe ich dieses Programm überhaupt gefunden. Es ist, genau wie ActivePython auch für Linux, Windows und Mac erhältlich, und ist ebenfalls kein Open Source, im Gegenteil: Die Halunken wollen auch noch Knete dafür! (29$ für studentische und Privat-, 295$ für Berufsentwickler)
Aber sonst scheint es fast so, als hätten sich die Entwickler in mein System geschlichen, meine kleine dekadente Wunschliste geklaut und sie zur Featureliste ihres Projekts auserkoren. Alles, alles ist da. Alles. Einfach alles.
Mit Komodo lässt sich Code in den Sprachen Perl, PHP, Python, Ruby und Tcl erstellen, und das butterweich. Ich fühle mich wie in einem Fünf-Sterne-Restaurant; einem von der Sorte, wo man für ein Essen schon mal einen Arm und zwei bis drei Beine bezahlt.
Guten Abend der Herr. Wünschen Sie zu coden? Sehr wohl. Welche Sprache wäre Ihnen genehm? Python? Aber mit dem größten Vergnügen. Darf ich Ihnen ein Projekt einrichten oder würden Sie es heute bevorzugen, nur ein einzelnes Skript zu schreiben? Ein Skript? Sehr wohl. Ich werde Ihnen sofort eine entsprechende Umgebung bereitstellen.
Während des Essens — öh, Codens — werde ich ständig von zwei bis drei zuvorkommenden Kellnern umkreist, die Autovervollständigungsvorschläge äußern, mir den möglichen Inhalt von Variablen zur Laufzeit sagen und mir generell vorgaukeln, ich wäre Louis der Vierzehnte. Schön. :)
Fazit
Komodo ist geil. Einfach geil. Aber ist es — für mich — 29 Dollar wert? Ich weiß es nicht. Im Augenblick benutze ich die zeitlich beschränkte Testversion; ob ich das Ding tatsächlich kaufen werde ist fraglich. Denn wann braucht man für Python schon eine derart aufgeblähte Entwicklungsumgebung?
Es gibt einige sehr gute Editoren für OSX, allen voran das sehr gute SubethaEdit sowie das schon wieder ins Dekadente gehende (dafür wieder kostenpflichtige) Textmate. Beide bieten schöne Features auch für Python und auch viele andere Sprachen an, und reichen eigentlich auch aus.
Ach ja. Die Xcode Tools. Eine IDE. Von Apple. … Die können Python Syntax Highlighting. Hurra. Du kannst also die IDE… als Editor benutzen. Wow :)
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- Published:
- 02.03.06 / 7pm
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Hallo, mein Name ist Daniel Jilg und das hier ist mein Geek-Blog. Ich studiere Informatik mit Anwendungsfach Philosophie an der Uni Augsburg kombiniere damit zwei meiner Lieblingsbeschäftigungen.
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